Ja zur Halbierungsinitiative
Unabhängiger Journalismus ist wichtig. Gerade deshalb braucht es eine ehrliche Diskussion über die Finanzierung der SRG.
Die SRG erhält jährlich rund 1.56 Milliarden Franken. Davon stammen etwa 1.3 Milliarden aus der obligatorischen Medienabgabe, rund 200 Millionen aus Werbung und rund 67 Millionen aus übrigen Erträgen. Dieses Geld ist kein Markterfolg – es ist staatlich garantiert.
Ein Blick auf die Kosten zeigt die Dimension: Rund 5’730 Vollzeitstellen verursachen Personalkosten von etwa 853 Millionen Franken. Das entspricht rund 149’000 Franken pro Mitarbeitenden und Jahr. Personal ist damit der grösste Kostentreiber. Gleichzeitig werden Programme gestrichen – ein Zeichen dafür, dass Prioritäten und Effizienz hinterfragt werden müssen.
Die Reichweiten klassischer SRG-Programme, insbesondere im Fernsehen, sinken seit Jahren. Gerade junge Menschen konsumieren Medien heute über Streaming, Online-Plattformen und private Anbieter. Trotzdem bleibt die Finanzierung der SRG unabhängig von dieser Entwicklung obligatorisch.
Oft wird argumentiert, die Bevölkerung gebe jährlich mehrere tausend Franken freiwillig für Medien und Unterhaltung aus, sei aber nicht bereit, 335 Franken für die SRG zu bezahlen. Dieser Vergleich greift zu kurz. Der entscheidende Unterschied ist die Freiwilligkeit. Streamingdienste oder Zeitungen bezahlt man freiwillig – die SRG-Abgabe hingegen ist obligatorisch, unabhängig von der Nutzung.
Für den gesetzlichen Service-public-Auftrag gemäss Radio- und Fernsehgesetz braucht es eine solide Finanzierung. Aber diese muss verhältnismässig bleiben. Das Gesetz definiert den Auftrag – nicht das Budget. Nirgends ist festgelegt, wie viel Geld zwingend für Bildung, Kultur oder Information ausgegeben werden muss. Diese Prioritäten setzt die SRG selbst. Auch mit weniger Geld könnte der Auftrag erfüllt werden – wenn der Fokus konsequent auf den Kernauftrag gelegt wird.
Aktuell wird teilweise der Eindruck erweckt, mit der Halbierungsinitiative würden Angebote für Menschen mit Behinderungen – etwa Gebärdensprach-Sendungen – verschwinden. Das ist irreführend. Der gesetzliche Auftrag bleibt bestehen. Die SRG ist weiterhin verpflichtet, Angebote für Menschen mit Sinnesbehinderungen bereitzustellen. Die Initiative verlangt nicht weniger Auftrag, sondern einen effizienteren Einsatz der Mittel.
Selbst mit halbierter Abgabe stünden der SRG noch immer rund 770 Millionen Franken pro Jahr zur Verfügung. Das ist weiterhin sehr viel Geld für einen Service public. Zum Vergleich: Allein für das rätoromanische Angebot RTR fliessen jährlich rund 22 Millionen Franken in eine sehr kleine Sprachregion. Das zeigt, dass der Service public auch mit deutlich weniger Mitteln möglich bleibt.
Hinzu kommt ein Vertrauensproblem. Wäre die Berichterstattung für breite Teile der Bevölkerung glaubwürdig ausgewogen, gäbe es diese Initiative vermutlich gar nicht. Die Ombudsstelle verzeichnete 2025 über 1’700 Eingaben – ein Rekord. Das Unbehagen ist real.
Die Halbierungsinitiative ist kein Angriff auf Medien. Sie ist ein Signal für Mass, Effizienz und Verantwortung im Umgang mit Gebührengeldern.
Darum: Ja zur Halbierungsinitiative.
SVP Dottikon